Festival

TUTZINGER BRAHMSTAGE

25 Jahre Musikfestival der Klassik

1997 - 2022

Schlosshof-Musiksaal © Evangelische Akademie Tutzing
Der Schlosshof mit den Fenstern des historischen Festsaals, in dem die Konzerte der Tutzinger Brahmstage stattfinden.

Johannes Brahms verbrachte 1873 einen glücklichen Sommer in Tutzing. Er genoss das traumhafte Ambiente am Starnberger See, schrieb an einen Dirigenten die Worte „Man sieht sich nicht satt!“ und komponierte bedeutende Werke, die Künstler von Weltruhm wie Hermann Prey, Jonas Kaufmann, Christian Gerhaher, Michael Volle oder Juliane Banse hier bereits interpretierten.
Zur Erinnerung an die Tutzinger Jahre von Brahms hatte die weltberühmte Pianistin Elly Ney, ebenfalls eine Tutzingerin, 1958 die „Tutzinger Musiktage“ ins Leben gerufen.

Aus Anlass des 100. Todestages des Komponisten fanden im Oktober 1997 die ersten Tutzinger Brahmstage unter der künstlerischen Leitung von Christian Lange statt. Dieser seither jährlich veranstaltete Konzertzyklus hat sich inzwischen zu einer herausragenden Konzertreihe mit überregionaler Bedeutung entwickelt. Viele Musikliebhaber:innen aus Nah und Fern schätzen es, großartige, weltweit gefeierte Künstler hier erleben zu dürfen.
Musikliebhaber erleben bei den Tutzinger Brahmstagen erstklassige, weltweit gefeierte Künstler wie in der Vergangenheit die Opernstars Jonas Kaufmann, Hermann Prey, Christian Gerhaher, Michael Volle, Franz Hawlata oder Juliane Banse sowie herausragende Musiker wie den Violinvirtuosen Linus Roth oder die Pianisten-Stars Juan Pérez Floristán, Martin Stadtfeld oder Herbert Schuch, um nur einige zu nennen. Sie alle interpretierten in Tutzing Werke von Brahms und anderer Komponisten.

Johannes Brahms , ca. 1875
Die Münchner Symphoniker

Der Freundeskreis der Tutzinger Brahmstage will mit dem Jubiläumsfestival auch signalisieren, dass es nach den zwei schwierigen Pandemiejahren wieder aufwärts geht mit der Kultur. Ein Neustart wird gewagt! „Wir wollen unseren Mitgliedern, aber auch allen Freunden von Brahms und klassischer Musik in diesem Herbst ein ganz besonderes Festivalprogramm bieten“, hebt der Vorsitzende des Freundeskreis Tutzinger Brahmstage, Andreas Dessauer hervor. Im Jubiläumsjahr spielen die Münchner Symphoniker unter der bemerkenswerten Dirigentin Alondra de la Parra.

Die Pandemie ist auch an den Brahmstagen nicht ganz spurlos vorübergegangen. In den beiden Corona- Jahren wurde das Festival zwar trotz sehr schwieriger Bedingungen veranstaltet, jedoch mit nur eingeschränktem Programm. Die Mitglieder des Freundeskreises und die Brahmsfans nahmen das Angebot allzu dankbar auf.
„Es war unglaublich schön, wie sehr das Publikum unser Programm genießen konnte. Wir bekamen sehr viel positive Resonanz. Das war eine großartige Bestätigung für unsere Mühen in außergewöhnlichen Zeiten“, betont Andreas Dessauer. Umso mehr freut sich der Freundeskreis in diesem Jahr ein ganz besonderes Zeichen zu setzen.

Freuen Sie sich mit uns!

Andreas Dessauer,
1. Vorsitzende des „Freundeskreis Tutzinger Brahmstage e.V.“
Thomas H. Zagel,
2. Vorsitzender des „Freundeskreis Tutzinger Brahmstage e.V.“
Christian Lange,
Künstlerischer Leiter Tutzinger Brahmstage

in Kooperation mit KunstRäume am See – Elisabeth Carr
Hauptspielstätte der Tutzinger Brahmstage ist der herrliche Festsaal des Schlosses / Evangelische Akademie Tutzing © EAT-Archiv

BRAHMS IN TUTZING

Im sogenannten „Brahmspavillion“ am Tutzinger Seeufer erklangen zum ersten Mal die Tutzinger Kompositionen von Johannes Brahms

Am 14. Mai 1873 nahm Johannes Brahms in Tutzing Quartier. Bei dem Gastwirt Konrad Amtmann mietete er für 25 Gulden „ein Zimmer und ein Kabinett im ersten Stock“, 6 Gulden musste er zusätzlich für das Klavier bezahlen. Bis in den September des Jahres blieb der Komponist am Starnberger See und schrieb begeistert an den Dirigenten Hermann Levi:

„Tutzing ist weit schöner, als wir uns neulich vorstellen konnten. Eben hatten wir ein prachtvolles Gewitter; der See war fast schwarz, an den Ufern herrlich grün, für gewöhnlich ist er blau, doch schöner, tiefblauer als der Himmel, dazu die Kette schneebedeckter Berge – man sieht sich nicht satt.”

Kaum in Tutzing angekommen, sah sich Brahms wieder vor die Frage gestellt, ob er sich zur Komposition einer Oper entschließen sollte. Paul Heyse übersandte ihm einen Librettoentwurf, „Ritter Bayard“. Zunächst gewann Brahms Interesse an dem Stoff, suchte den Dichter mehrfach in München auf, um Einzelheiten zu besprechen und zog auch Levi zu Rate. Dass der Plan dann doch liegenblieb, war sicher den damals besonders zahlreichen anderen schöpferischen Vorhaben des Meisters zuzuschreiben: Er vollendete in Tutzing die Streichquartette c-Moll und a-Moll op.51 sowie die Lieder und Gesänge op.59, die sogar am gleichen Ort, im Musikpavillion des hier ansässigen Ehepaars Vogl, erstmals erklangen.

„Tutzing ist weit schöner, als wir uns neulich vorstellen konnten… Man sieht sich nicht satt!“ (Sammlung Abendt)

Das bedeutendste Ereignis dieses Aufenthalts waren jedoch die Haydn-Variationen op.56, wobei die Fassung für zwei Klaviere zeitlich vor der Orchesterfassung entstanden ist.
Zahlreiche gesellige Abende in München bei Levi, Ernst von Possart oder Freiherr von Liliencron schufen immer wieder entspannenden Ausgleich zur Konzentration der kompositorischen Arbeit.

Christian Lange
Künstlerischer Leiter Tutzinger Brahmstage (-2020)

FESTSCHRIFTEN

1997 – 2017

20 Jahre „Tutzinger Brahmstage“, große Festschrift (208 Seiten)

zum Durchblättern bitte auf das Umschlagbild klicken ▲

Dr. Ulrike Mertz (Layout, Fotos + Texte)
Gisela Aigner, Toni Aigner, Christian Lange,
Hans-Peter Bernsdorf, Thomas Zagel (Texte)

EVANGELISCHE AKADEMIE

Das Tutzinger Schloss, Sitz der Evangelischen Akademie Tutzing, liegt direkt am Ufer des Starnberger Sees. Die Evangelische Akademie Tutzing zählt zu den bedeutendsten Denkwerkstätten in Deutschland. Zahlreiche Impulse sind von hier ausgegangen und haben in der Zivilgesellschaft, in Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien und Kirche ihre Wirkung entfaltet. Toleranz und christliche Verantwortung sind die Grundlagen ihrer Arbeit.

Es liegt ein eigentümlicher Zauber über alten Schlössern, dem sich auch die Besucher der Evangelischen Akademie Tutzing nicht entziehen können: wilder Wein und üppig wuchernder Efeu rankt sich an den gelben Fassaden empor, Wappenschilder zieren den Torbogen und alte schmiedeeiserne Fenster im Parterre, verwitterte Taufbecken sowie spätrömische Steinsarkophage geben dem Park und der Schlossanlage das besondere Flair.

Die Konzerte der Tutzinger Brahmstage finden im historischen Festsaal statt – dem Prunkstück des Tutzinger Schlosses, mit herrlicher Kassettendecke nach italienischem Vorbild und französischem Rennaissance-Kamin. Der beeindruckende Saal mit 220 Plätzen bietet außerhalb der Tutzinger Brahmstage einen würdigen Rahmen zur Verleihung des renommierten Toleranzpreises, des in der Literaturszene viel beachteten Marie Luise Kaschnitz-Preises und des Phoenix-Kulturpreises.

Die einmalige Lage am Ufer des Starnberger Sees und die weitläufigen Anlagen mit ihrem jahrhundertealten Baumbestand machen den Schlosspark zu einem einzigartigen Naturdenkmal. Mit Blick auf die malerische Alpenkulisse von Karwendel, Wetterstein und Zugspitze reiht sich der Schlosspark der Evangelischen Akademie Tutzing in die Kategorie der außergewöhnlichen Parkensembles am Westufer des Starnberger Sees ein.